Growing old — Demografie

Schnell erklärt: Die deutsche Bevölkerung wird immer weniger und immer älter. Soll heißen: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen langsam dem Rentenalter näher, gefolgt von deutlich geburtenschwächeren Jahrgängen.

Visualisierungen zu Altersprognosen gibt es schon sehr lange. So hat der Astronom und Mathematiker Edmond Halley schon 1693 bei seinen Berechnungen der statistischen Lebenserwartung für Breslau eine Alterspyramide zur Visualisierung benutzt:

Für jedes Lebensjahr steht ein Balken, dessen Länge sich an der Anzahl der lebenden Personen orientiert. Wegen der fehlenden Unterscheidung zwischen Männern und Frauen ist es nur eine halbe Pyramide. Diese Darstellung hat sich bewährt und wird bis heute angewandt.

Das Statistische Bundesamt wählt für seine Darstellung der Altersprognose auch diese abstrakte, klassische Variante:

Die Grafik ist interaktiv. So kann etwa zwischen vier Berechnungsvarianten unterschieden werden, der Nutzer kann zu einem bestimmten Jahr springen oder die 110 Jahre als Film an sich vorbeilaufen lassen. Dabei kann er einen bestimmten Jahrgang, zum Beispiel sein Geburtsjahr, fixieren. Die Pyramide kann in verschiedene Altersgruppen eingeteilt werden und der Männer– bzw. Frauenüberschuss kann angezeigt werden. Insgesamt ein schönes, übersichtliches Tool, das sehr informativ ist. Besser geht das kaum, doch was die ZEIT versucht, finde ich auch sehr reizvoll:

via ZEIT

Die ZEIT hat mit der Agentur Compuccino eine illustrative Darstellung gewählt. Mir machen die Spielzeugfiguren Spaß. Die prominente Möglichkeit, sein Geburtsjahr und Geschlecht anzugeben, lädt dazu ein, sich beim Altern zuzugucken. Das macht auch mit dem Geburtsjahr der Kinder Spaß (oder Angst). Neben diesem interaktiven Part ist auch vorbildlich, dass die ZEIT alle Daten in einem öffentlichen Google-Spreadsheet zur Verfügung stellt.
Gar nicht gefällt mir allerdings, dass die X-/Y-Achsen-Aufteilung gebrochen wurde. So stehen alle Altersgruppen auf einem eigenen Bereich entlang der Y-Achse, außer den Minderjährigen, die sind in ihrem Bereich nochmal in Altersgruppen sortiert, entlang der X-Achse. Dadurch ist die Urnenform und damit die Altersentwicklung nicht mehr so leicht erkennbar wie in der klassischen Variante. Auch die Aufteilung in verschieden große Altersgruppen trägt zu dieser Undeutlichkeit bei. Deutlicher wäre es gewesen, die Altersgruppen alle gleich groß (0 – 10; 11 – 20; 21 – 30; …) und an der Y-Achse auszurichten.

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Beide interaktive Grafiken laden dazu ein, mit ihnen herumzuspielen. Für die passive Fernseh-Variante in den »heute«-Nachrichten am 04.09.2012 haben wir uns entschlossen, die Entwicklung übertrieben darzustellen. Unsere Alterspyramide besteht aus 50 Unisex-Piktogrammen, an der Y-Achse orientiert, die auf einer Wippe stehen. Langsam werden die Piktogramme weitergeschoben, gemäß der Projektion. Momentan sind noch mehr Menschen unter 50 Jahre alt. Im Jahr 2030 ist das Verhältnis genau ausgeglichen, danach kippt die Wippe, mehr Menschen sind über 50 als darunter.

via ZDF

Aktualisierung (10.10.2012): Claus Kleber wollte auch mal und so haben wir die Wippe im heute-journal nochmal zur Aufführung gebracht:

via ZDF

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